der traum

ich trage dieses winzige
federleichte
uralte wesen
an meine brust gedrückt
durch die nacht
hoffe dass es den gang
übersteht
ohne sich ganz
in meinen armen
aufzulösen

ich wollte es nicht
es wurde mir
an die hand gegeben
ans herz gelegt
einfach so im traum
wurde ich zur hüterin
seines verschwindens
bestimmt

nun wird es immer
kleiner
in meinen armen
.

die fledermaus
vom letzten jahr
ist fort
mein garten war ihr
jagdrevier
nun ist sie fort




manchmal zerbricht etwas

manchmal zerbricht etwas
in dir
merkst es erst gar nicht
und wenn du es bemerkst
hast du kein Flickzeug zu Hand
es zu reparieren
keinen Plan
nur die tief innere Not die
von keinem gesehen wird
nur von dir selbst
das denkst du
bis dich von irgendwoher
etwas streift
und du wahrnimmst
dass dir der Flügel wieder
gerichtet ist
wie von selbst
nicht mehr neu aber
gerichtet
und du kannst weiter
fliegen fast als ob
nichts gewesen wäre

erstes Date


Wohin mit
Den Händen?

Augenspeere
Mitten ins Herz
Die Münder
Einsame Versprechen

Jeder sein eigener
Ingenieur
Beim Brücken bauen
Teambildung
Ein Muss

barfuß im Gras


der Morgentau
der Erinnerung klammert sich
an Grashalme
die sich immer wieder aufrichten
und das kleine Glück
hervorkitzeln
aus deinen Fußsohlen






Esslingen Neckar

in der Luft regenschwer
der Duft weiß blühenden Bärlauchs
grün gesättigt der Blick
und im Ohr schon das Rauschen
des Wassers im Wehr
ich kann nicht laufen ohne
dass meine innere Stimme
dir erzählt
was ich sehe höre rieche
doch was ich fühle ist
die Freiheit der zeitlosen Stunde
allein mit mir